Was ist das Burnout-Syndrom?

Burnout ist in den letzten Jahren ein geflügeltes Wort geworden, wird aber mitunter missverständlich, ungenau und gar falsch benutzt. Dennoch beschreibt das Burnout-Syndrom als Fachbegriff sehr stimmig einen Seelenzustand, der in den letzten Jahrzehnten immer häufiger auftritt und behandelt werden muss. Folgend soll deutlich werden, was ein Burnout-Syndrom genau ist und von welchen anderen Phänomenen er auch abgegrenzt werden muss.

Burnout oder Erschöpfungszustand?

Die meisten Menschen stoßen manchmal an ihre Leistungsgrenze und gehen über sie hinaus. Dies kann verschiedene Auslöser haben:

  • erhöhte Anforderungen im privaten oder beruflichen Bereich
  • Schwächung durch Krisen oder Krankheit
  • stark veränderte Lebensumstände (Umzug, Arbeitsplatzwechsel, Verlust des Partners usw.)

Dem Betroffenen ist und bleibt diese besondere Situation bewusst und er kann mit anderen darüber sprechen. Auch um Hilfe bitten und diese annehmen ist ihm möglich. Es bleibt somit eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Reserven und der Situation erhalten.
Hier handelt es sich um einen Erschöpfungszustand. Dieser ist ernst zu nehmen, klingt aber bei fürsorglichem Umgang mit sich selbst meist wieder ab. Die Leistungsfähigkeit kehrt so bald zurück.

Was ist dann ein Burnout-Syndrom?

Die Wege in ein Burnout sind ähnliche wie oben beschrieben. Auch ein nicht beachteter und anhaltender Erschöpfungszustand kann dazu führen. Einige wichtige Kennzeichen eines Burnouts sind:

  • schwindende Bewusstheit des Betroffenen über die Situation
  • zunehmend fehlende Kommunikationsfähigkeit zur Problematik
  • Annahme von Rat oder Hilfe zunehmend unmöglich
  • Selbsteinschätzung wird unrealistisch

Die Seele beispielhaft erklärt

Dies hat Folgen. Stellen wir uns die Seele sinnbildlich aus elastischem Material vor:

Durch den Druck der Belastungen, die in den Erschöpfungszustand mündete, wird die Seele gestaucht und eingedrückt. Nimmt der Druck aber durch geeignete Maßnahmen ab, dehnt die elastische Seele sich wieder aus: Sie ist bald wieder in Form!

Wenn aus einem Erschöpfungszustand ein Burnout wird, ist eine Abnahme des Drucks wie beschrieben meist nicht schnell genug in Sicht. Im Dauerdruck beginnt die Seele zu verhärten, sie verliert ihre Elastizität. Der Druck kann dann zwar irgendwann wegfallen, sei es durch Krankheit, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitsplatzverlust. Die Seele bleibt aber verhärtet und kann sich nicht mehr ausdehnen, obwohl die Belastung nicht mehr besteht. Hier ist der Burnout-Zustand erreicht, der einer Depression in schwerer Ausprägung gleicht.

Burnout – verwandt mit Depression und Sucht

Im fortgeschrittenem Stadium ähneln sich Burnout- und Depressionserkrankte sehr. Dennoch bleibt sowohl für das Selbstverständnis als auch die Behandlung wichtig festzuhalten, dass der von Burnout Betroffene vorher in zu starkem Maß für eine Sache gebrannt hat. Dies ist bei einem klassisch und chronisch Depressivem nicht der Fall. Eine gewisse Ähnlichkeit gibt es aber zur sogenannten bipolaren Störung. Hier wechseln, von äußeren Einflüssen scheinbar unabhängig, manische und unkontrollierte Hyperaktiv-Phasen mit Phasen völliger Leere und Niedergeschlagenheit ab.

Bei von Burnout Betroffenen besteht meist lange Zeit Uneinsichtigkeit und daher ein fortgesetztes selbstschädigendes Verhalten. Dies hat oft, aber nicht zwingend, mit einer Arbeitsplatzsituation zu tun. Der in diesem Zusammenhang gebrauchte Ausdruck Workaholic schlägt sprachlich die Brücke zu einer weiteren Verwandtschaft: Burnout ist auch eine Verhaltenssucht. Wie bei anderen Süchten muss erst eine Einsicht des Betroffenen in die Dynamik seiner Erkrankung gewonnen werden, bevor eine Behandlung erfolgreich sein kann.

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